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Über


Adolph Kolping
 

Adolph Kolping (* 8. Dezember 1813 in Kerpen bei Köln; † 4. Dezember 1865 in Köln) war ein deutscher katholischer Priester, der sich insbesondere mit der sozialen Frage auseinandersetzte, und der Begründer des Kolpingwerkes.

Er wuchs als viertes von fünf Kindern des Schäfers Peter Kolping († 12. April 1845) und dessen Ehefrau Anna Maria Kolping († 4. April 1833) auf.  Er wurde Schuhmacher und begab sich, wie es zu seiner Zeit üblich war, auf Wanderschaft. Erschreckt stellte er fest, unter welch menschenunwürdigen Bedingungen Handwerksgesellen leben und arbeiten mussten. Sie schufteten hart, wurden ausgebeutet wie Sklaven und blieben bettelarm. Da sie zumeist keine Perspektive für ihr leben hatten, verwahrlosten sie häufig.

Kolpings Traum war es das Abitur zu machen. Im Alter von 24 Jahren konnte er sich diesen Traum erfüllen und hat noch einmal die Schulbank gedrückt. Er wollte danach nämlich unbedingt studieren.  Dies gelang ihm tatsächlich auch und nach dreieinhalb Jahren hatte er seine Reifeprüfung bestanden. Die vermögende Tochter des Gutsbesitzers, bei dem Kolpings Vater angestellt war, finanzierte ihm sein Theologiestudium, sodass Kolping 1845 Priester werden konnte.

Noch immer lagen Kolping besonders die Gesellen am Herz. So wurde er zum Präses (Vorstand) eines Gesellenvereins. Am 6. Mai 1849 gründete er mit 7 weiteren Gesellen in der Kolumbaschule den Kölner Gesellenverein. Am 6. Mai 1849 gründete er mit sieben weiteren Gesellen in der Kolumbaschule den Kölner Gesellenverein. Am 1. Januar 1850 hatte der Verein bereits 550 Mitglieder. Besonders während ihrer Wanderschaft konnten junge Männer hier die Unterstützung und Gemeinschaft finden sich weiterbilden. Kolping war es wichtig, ihnen auch einen Halt im christlichen Glauben zu vermitteln.

Die Idee der Gesellenvereine breitete sich rasch aus. 1865 gab es bereits mehr als 400 von ihnen in Deutschland. Die Häuser dienten den Handwerkern nicht nur als Unterkunft sondern auch als Schule, in der sie in Bezug auf Religion und Politik sowie für ihren Beruf etwas dazulernen konnten. Die Gemeinschaft in den Gesellenhäusern sollte der in einer Familie gleichen.
 

Kolping war nämlich der Ansicht, dass den Familien eine sehr große Bedeutung für die gesamte Gesellschaft zukommt. Wie es den Familien gehe so gehe es auch dem Land als Ganzem.

Zu seiner Zeit gab es tiefgreifende Umbrüche in der Gesellschaft. Durch die aufkommende Industrialisierung wurde die Landbevölkerung immer ärmer. Die Verdienstmöglichkeiten für das Handwerk wurden geringer. Viele zogen in die Städte um dort Glück zu versuchen. Als Fabrikarbeiter wurden die Menschen ausgenutzt und lebten mehr und mehr ohne Bindung an ihre Großfamilie, die sie oftmals verlassen mussten, um Arbeit zu finden.

Kolping wollte diese gesellschaftlichen Verhältnisse verändern, doch nicht durch eine Revolution sondern indem er die einzelnen Menschen ermutigte, selbst zur Verbesserung der Welt beizutragen. Seine Devise war es, dass jeder seine Begabungen dazu nützen sollte um sich in Familie, Beruf und Gesellschaft für andere einzusetzen. Das alles sollte auf der Basis des christlichen Glaubens geschehen.

Parallel zu seinem sozialen Engagement arbeitete Kolping als Schriftsteller und Journalist und wurde schließlich sogar Gründer der katholischen Wochenzeitung Rheinische Volksblätter. Auch in seinen Artikeln brachte er seine Ideen zur Umgestaltung der Gesellschaft unters Volk und gewann so Mitstreiter.

Die von Kolping und seinen Nachfolgern gegründeten Vereine wurden später in einem Verband, dem Kolpingwerk zusammengefasst. Heute ist das Kolpingwerk weltweit in 60 Ländern aktiv, nach wie vor jedoch hauptsächlich in Deutschland.

Text: Vgl. Liane Manseicher (Adolph Kolping: Gemeinsam die Welt verbessern - WAS IST WAS)